Universitas osteopathica


Universelles Denken und Forschung vereint in einer Einrichtung:

Universitas


Die Bewegung der Universitas basiert auf dem alten Prozess der Suche nach dem Verständnis der Prinzipien und Regeln des Lebens.

In ihren Anfängen wurde Universitas durch eine spontane Bewegung der sogenannten „Bacchants“ organisiert. Diese unternahmen eine beinahe symbolische Reise von Nordeuropa bis hin in den Süden, um Gelehrte zu finden, mit denen sie ihre Ansichten und Forschungsergebnisse austauschen und teilen konnten.

Sinn der ganzen Bewegung war zuerst ein Austausch von philosophischen und theologischen Konzepten, die das Verständnis von Natur- und Lebensgesetzen erweitern sollten.

Die Lehren, die zu dieser Zeit definiert wurden, kann man als die Vorläufer der wissenschaftlichen Disziplinen sehen, die heute an unseren  Universitäten studiert werden.



Die moderne Definition von Universitas  ist wohl die einer selbst-organisierenden Bewegung von motivierten und inspirierten Menschen, die ein besseres und tieferes Verständnis des Ursprungs und des Sinns des Lebens in seiner philosophischen sowie seiner physischen Komponente suchen.

Alle Informationen welche unsere Denkweise erweitern, uns in Hinsicht auf die Forschung  zum nachdenken und um-denken bringen können, sollten akzeptiert und studiert werden. Mehr noch, sie sollten von den Teilnehmern erforscht werden, um sie für einen sinnvollen Gebrauch zu nutzen.

Herkömmliche Bereiche wie Physik, Biologie und Medizin sollten aufgenommen und studiert werden, um die anwendbaren Bestandteile zu finden, die dem evolutionären Denken dienen. Andere Bereiche wiederum, welche nicht der klassischen Forschung zugehören, sollten intensiver studiert werden, um deren Verwendungsfähigkeit anzunehmen oder abzulehnen.


Die Universitas sollte eine sich entwickelnde Bewegung sein und keine statische Vereinigung von einigen wenigen ‚Auserwählten‘. Sie sollte Andere anspornen, motivieren und bereichern, den Weg des unerwarteten und unvorhersehbaren Reichtums des Lebens zu studieren und zu verstehen.


Sie sollte ein Treffpunkt für Menschen mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachgebieten sein, sowie für Menschen mit unterschiedlichen Interessen am Verständnis der Gesetze der Natur und des Lebens.

Ihr gemeinsames Ziel könnte als die Suche nach Originalität und Endgültigkeit in der Vielfältigkeit der Ausdrucksmöglichkeiten des Phänomens Leben definiert werden.


Im Unterschied zu einer herkömmlichen Veranstaltung oder einem Kongress wird der empirische, spekulative und hypothetische Inhalt der Forschung als der stärkste und wichtigste Antrieb für wissenschaftliche und philosophische Bereicherung angenommen.


Die Universitas könnte den rein experimentellen und spekulativen Bereich bereichern, und damit ein offeneres Feld für wissenschaftliche Forschung und Studium versorgen, welche auf referentiellen und wiederholbaren Methoden basiert, die ein statistisches Ergebnis und Referenz hervorbringen.




•Diese Bewegung soll es zum Ziel haben, die Horizonte der Wissenschaft und der Gesundheitsanwender zu anderen erneuernden Methoden und Einsichten zu erweitern.

Dies sollte nicht alleine auf einer weiteren Segmentierung und Trennung der bereits bestehenden wissenschaftlichen Methoden und der Entdeckungen basieren, sondern auf der Austauschbarkeit von Einblicken in die verschiedenen Gebiete der Forschung.

Sie sollte das Genie dahingehend stimulieren, denselben Gegenstand aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und ihn mit verschiedenen Werkzeugen der Forschung zu studieren, um so die Ergebnisse zu stützen.


Um dies zu verdeutlichen könnte das Studiengebiet der „Wahrnehmung“ als  Fallbeispiel dienen:

Wahrnehmung / Kognition kann als Teil der neurokognitiven Wissenschaft und auch als Teil der psychologischen Organisation studiert werden. Sie kann auch in einer rein neurologischen Dimension, wie auf eine rein neuro- endokrine und biochemische Weise studiert werden.

Aber man muss ebenfalls hinzufügen, dass der gleiche Gegenstand als Teil der Organisation elektrischer Felder des Gehirns und Körpers und auch als ein elektromagnetisches Bewusstseinsfeld studiert werden kann.

Das bedeutet, dass Wahrnehmung als Gegenstand der Untersuchung mit rein kognitiven Methoden, bio-elektrischen Werkzeugen, sowie molekularen, chemischen Herangehensweisen untersucht werden sollte.

Mit anderen Worten: Wahrnehmung besitzt eine kognitive, molekulare, chemische und elektrische Dimension. Das bedeutet auch, dass Wahrnehmung durch verschiedene physische und konzeptuelle Werte definiert werden kann, die alle den gleichen Ausdruck benutzen.


Aus dieser Perspektive sehen wir, dass ein Gegenstand eine multidisziplinäre Herangehensweise braucht, durch die man Wahrnehmung auf einer rein kognitiven Ebene, einer rein physischen Ebene, einer chemischen und einer medizinischen Ebene definieren kann.

Das bedeutet, dass wenn wir unser Studium eines Gegenstandes von einer interdisziplinären Ebene zu einer multidisziplinären Ebene öffnen, erhöhen wir die Chance andere Ursachen und Definitionen zu finden, welche uns letztendlich befähigen könnten Originalität anstelle von Kausalität zu studieren.


•Das zweite Ziel der ‚Universitas‘ kann man als Re-Orientierung unserer Denkweise definieren, von einem rein zielorientierten Vorgang, hin zu einem erforschendem Prozess, der verschieden Konzepte und Ergebnisse miteinander vereint.

Die moderne Wissenschaft basiert auf einem linearen Denkmodell, in dem Kausalität eine dominante Rolle spielt.

Bei dieser Vorgehensweise reicht es aus, eine Ursache zu finden um das Problem zu beseitigen, wie zum Beispiel bei einer Erkrankung.

Bei dieser Art der Forschung ist das Verfahren abhängig von immer komplizierteren und ineinandergreifenden Abläufen, die zu einer Fragmentierung des Forschungsobjektes (oder des Patienten) führen.

Forschungsobjekt und Methode werden zunehmend abhängig von hochkomplizierten Abläufen, wobei man das erwartete Ergebnis sucht.

Um eine Krankheit loszuwerden, wird der Patient in Teile zerlegt und in einem der Teile behandelt, von dem man denkt dass darin die Erkrankung besteht.

Es gibt nur vereinzelt die Absicht und Aufmerksamkeit, den Teil als einen Ausdruck des Ganzen zu betrachten.

Sieht man das Ganze an, sowie die Faktoren mit denen es in Wechselwirkung steht, entsteht daraus eine ganz andere Art des Denkens und der Vorgehensweise.


Solch eine Vorgehensweise führt den Suchenden automatisch zur Ahnung der Originalität.

Dies bedeutet eine spezielle Anordnung des Ausdrucks und ein meistern des Lebens, durch Anpassung von Form wie auch Struktur.


Wenn wir einen Patienten betrachten, so taucht als Hauptfrage auf: Wie kann man es einem Individuum oder einem System bieten, Originalität wiederherzustellen oder zu ermöglichen?

Der Vorteil der zweiten Denkweise ist, dass die Wechselwirkung  mit dem Patienten oder System auf der Wiederherstellung der Balance basiert, welche im System selbst versteckt ist.


Es ist das System, die Struktur oder der Patient der die Arbeit ganz für sich macht, und einen Zustand der Reintegration von Ganzheit und Originalität erzeugt.

Diese Vorgehensweise erspart dem Patienten/dem System und dem  Forscher zeitraubende und interdisziplinäre Ansätze, welche den Begriff von Einheit/Ganzheit zerstreuen.

Der Patient/das System wird eingebunden und für die Ergebnisse seines weiteren Werdegangs und wiedererlangen der Autonomie verantwortlich.



•Der Unterschied zwischen Originalität und Kausalität ist, dass im ersten Konzept Gedanken und logische Schlussfolgerungen als konkrete Werkzeuge akzeptiert werden, um durch eine angepasste Intervention die Möglichkeit von ganzheitlicher Integrität herzustellen.

Der Ansatz über die Kausalität verengt denselben Horizont, indem man die Methoden zum untersuchen und erforschen  immer weiter spezialisiert, auf einen sehr eingeschränkten Teil der Möglichkeiten, die das System präsentiert.


Das Konzept der Originalität erweitert den Horizont der Forschung, Kausalität engt die Sichtweise ein.

Originalität befreit Information, Kausalität fixiert Information.


Der Ansatz der Originalität kombiniert eine philosophische Potenz mit einem schlussfolgernden Forschungssystem und kombiniert die Faktoren, welche wesentlich für die Integrität des Ganzen sind.

Der Ansatz der Kausalität kombiniert eine vorgefertigte Hypothese mit einem eingeschränkten Verfahren der Untersuchung, um einen oder wenige potentielle Einflussfaktoren zu finden, welche die meiste Zeit den eingeschränkten Untersuchungsbereich beeinflussen.


Diese Gedanken über Originalität und Kausalität sind nicht erschöpfend. Vieles muss besser definiert und überdacht werden, in philosophischen und mathematischen Kategorien.


In einem Zeitalter, in dem Linearität und Quantenphysik nebeneinander existieren, ist es notwendig, unsere Ansätze fast aller konventionellen Forschungs- und Wissenschaftsbereiche neu zu definieren.

Nur wenn man die Ergebnisse dieser Erfahrungen neu definiert, können möglicherweise neue Werkzeuge entwickelt werden, um mit dem Patienten / der Struktur / dem System zu interagieren.


Patrick Van Den Heede D.O.  Koblenz November 2008.

                                                                                                    Übersetzung: Kilian Dräger